Ja, derzeit glaube ich mal wieder mit vollem Herzen an die Richtigkeit von Murphys Gesetz!
(um diesen Titel guten Gewissens benutzen zu können, musste ich doch tatsächlich erstmal nachlesen, was sich tatsächlich dahinter verbirgt...ob der Zusammenhang, in dem ich es nutzen möchte, überhaupt richtig ist *grins*)
Mir scheint, es trifft durchaus zu, denn derzeit geht privat wirklich alles schief, was nur schief gehen kann.
Besonders amüsant dabei ist, dass ich noch vor 2 Wochen ganz naiv optimistisch bei mir dachte:
"hey, könnte man das grade einen "Lauf" nennen???"
Und genau in diesen Momenten, in denen du denkst, es läuft doch grade mal rundweg gut, ist alles plötzlich wieder anders...du kannst dich nicht mal eben kurz auf dem Glücksgefühl ausruhen, sondern musst schon wieder kämpfen.
Besonders schlimm ist dabei, dass ich auch noch selbst schuld bin, dass es soweit gekommen ist ;-(
Ganz frei nach dem Onkelz-Motto "bin ich nur glücklich, wenn es schmerzt?"
Ich komme mir fast vor, wie Carrie Bradshaw, die nicht umhin kommt, sich zu fragen, ob der Mensch wohl allgemein dazu neigt, zuviel Zufriedenheit und Glück gar nicht ertragen zu können und dann mutwillig nach Dingen zu suchen, die einem nicht passen - oder haben nur wir Frauen dieses Problem???
Oder liegt es einfach nur daran, dass Frauen nach einiger Zeit die rosarote Brille abnehmen und merken, dass der Partner doch nicht der Prinz ist, für den frau ihn gerne halten wollte? Ich glaube, dass Frauen dann anders als Männer nicht ganz so viel abwägen wie Männer und eher nach ganzheitlicher Zufriedenheit streben, auch wenn das im schlimmsten Fall Trennung bedeuten würde.
Ich habe den Eindruck, dass Männer da schon eher kucken, ob sie grundsätzlich mit den Lebensumständen zufrieden sind und ob sie das wegen der "Nichtigkeit einer kaputten Beziehung" aufgeben möchten. Da kann man sich lieber nebenbei bissi vergnügen und sich da seinen Ausgleich vom heimeligen "auf-die-nerven-gehen" holen. Frauen sind dann schon eher bereit einen Schlussstrich zu ziehen, um die Chance auf eine neue Liebe zu haben.
Aber natürlich sind das alles wieder nur meine ganz persönlichen Erfahrungen und sicherlich gibts da noch Unmengen mehr Diskussionsbedarf *lol*
Zur Zeit kann ich den "Liebesschmerz" aber sehr gut in der Arbeit ertränken. Die letzten beiden Wochen bin ich nur am Freitag mal vor 10 Stunden daheim gewesen...
Aber die Aufgabe als stellvertretende Frauenbeauftragte meiner Behörde gibt mir total viel Kraft. Was ich in diesen 5 Monaten seit meiner Bestellung alles dazu lernen durfte, Erfahrungen sammeln, tolle Kontakte knüpfen, spannende Lehrgänge und Besprechungen besuchen - es ist klasse!!!
Ein absoluter Ausgleich zu meinem normalen Bürojob, der ja bis auf die Abwechslung im täglichen Geschäft nicht besonders viel Spannung bietet. Aber für diese neue Aufgabe wäre ich normalerweise "im notwendigen Umfang" freigestellt.
Leider lässt sich derzeit aber gar nicht realisieren, weil wir sowieso schon eine Frau weniger sind, weil eine Neubesetzung erst mal ein halbes Jahr unbezahlten Urlaub macht und wir keinen Ersatz dafür kriegen. Das heißt zu meinen Ausfällen kommt noch dieser Ausfall, und ich komme also immer noch vor und nach meinen auswärtigen Terminen im Büro vorbei, um meine Arbeit halt nebenbei noch zu machen.
Dazu kommt, dass im ersten Halbjahr immer besonders viele Termine sind, weil da jede Woche mindestens zwei Tage voll mit Einstellungskommissionen sind, dazu noch die normalen Termine einer Frauenbeauftragten wie Arbeitstagungen, Frauenversammlungen, Besprechungen, persönliche Gespräche etc.
Die Termine würden normalerweise auch für 2 Vertrerinnen reichen...
Ende 2007 wusste ich schon, dass ich jeden Monat1x irgendwo in Niedersachsen zur Arbeitstagung rumfahre, vorwiegend Hannover, dazu 4 feste Termine Supervision, dazu 3-tägiges festes Seminar Anfang Mai, dazu noch die diversen Einstellungskommissionen und Auswahlgespräche...
Ist schon echt ne Menge Arbeit, vor allem sehr verschieden, so dass es auch nicht langweilig wird. Mir macht es riesen Spaß und ich glaube, dass es mich persönlich absolut nach vorne bringt, weil ich so viel Neues lerne, wozu ich normalerweise nicht die Chance hätte...
Irgendwie ja vielleicht auch ne kleine Anerkennung, dass die "Hauptamtliche" *grins* auf Empfehlung bei mir angerufen und gefragt hat, ob ich mir vorstellen könne, ihre Vertreterin zu werden...
Naja, und da ich immer sehr neugierig bin und mir gar nichts unter der Arbeit vorstellen konnte, habe ich einfach mal reingeschnuppert und will es auf jeden Fall versuchen...
Dass ich dafür bei offiziellen Terminen mein Augenbrauenpiercing rausmachen muss, ist zwar scheiße, aber nicht zu ändern und kann auch verstehen, warum man das nicht möchte. Aber meine zahlreichen Ohrringe lasse ich drinnen, mache einfach die Haare auf *muahahaha*
Und wenn ich jetzt so drüber schreibe, bin ich schon wieder ganz begeistert und freue mich schon auf nächste Woche mit 2 Tagen Einstellungskommission, 1 Vormittag Auswahlgespräch, Freitag Urlaub... Supi!!!
Also will ich mal nicht zu laut über privates "Leid" klagen, wenns mir doch sonst gut geht und ich Freude an dem habe, was ich machen darf. Leider geht es vielen anderen nicht so und ich kann mir gut vorstellen, was das für ein scheiß Gefühl ist, dich zur Arbeit zu "quälen"... *grmpff*
Fazit des Tages nach dem Post:
Ich bin doch ganz zufrieden mit dem Jetzt, Job läuft gut und privat war es zwar eine schmerzhafte Erfahrung, aber dennoch die einzig richtige Entscheidung um vorwärts zu schauen...