Heute ist Freitag, 3 Tage vor Heiligabend und mir ist kein Stück weihnachtlich zumute... Wobei ich dabei nicht umhin komme, mich zu fragen, was "weihnachtlich" überhaupt heißen soll? Weihnachten bedeutet für mich, dass ich die Zeit mit meinen Lieben verbringe.
Mit meinen Eltern, meinem Opa und meinem Freund und dessen Familie. Einfach die Menschen, die mir am Herzen liegen. Aber das ist für mich kein typisch weihnachtliches Gefühl, denn ich freue mich eigentlich immer, wenn meine Eltern und Verwandten mal wieder sehen kann.
Das ist für mich das größte Geschenk an Weihnachten: der Luxus, viel Zeit mit meinen Lieben zu verbringen. Zumal mir von Jahr zu Jahr diese Schenkerei mehr auf die Nerven geht. Eigentlich entspricht es nicht meinem Naturell, solche Dinge auf Kommando zu tun.
Ich möchte schenken, wenn mir nach Schenken ist. Das ist wie mit Karneval: ich kann diesem "auf-Kommando-fröhlich-sein" nichts abgewinnen und entscheide doch lieber selbst, wann ich lache und gut drauf sein möchte...
Abgeschweift...
Ich sitze alleine in meiner Wohnung, meine Mitbewohnerin habe ich zum Bahnhof gebracht, sie wird die freien Tage bei ihrer Familie verbringen. Somit habe ich Zeit und Gelegenheit mir diese Gedanken über Weihnachten an sich und meine diesjährige Gestaltung der Feiertage und des Jahreswechsels...
Ich habe eine sehr interessante Einladung bekommen: den Jahreswechsel bei einer lieb gewonnenen Bekanntschaft aus dem Internet auf einer "Nichts-vorhaben-Party" in deren Wohnzimmer zu verbringen..
Es wären knappe 200 km von hier entfernt und ich kenne diese Frau nur aus dem Internet und weiß aus ihrem Leben nur das, was sie in ihrem Blog von sich preis gibt und was wir bei kurzen Chats austauschen konnten... und doch ist sie sehr sympathisch: ihre Art zu Denken, zu Fühlen, mit Gefühlen umzugehen und einfach die alltäglichen Dinge, die sie tagein tagaus erlebt, geben mir das Gefühl, sie irgendwie ein wenig zu kennen...weil sie dort in der Anonymität nichts spielen muss, was sie nicht ist und nicht sein will...
Und diese Frau könnte ich nun unter Umständen auf einer Silvesterparty in ihrer Wohnung kennenlernen...alle anderen eingeladenen kenne ich ebenso wenig... Es wäre also schon eine Herausforderung und ich weiß nicht genau, ob ich dafür mutig genug bin.....
Was, wenn die SYmpathie im realen Leben nicht vorhanden ist und man sich weder was zu sagen hat, noch miteinander lachen kann?!
Meine andere Internetbekanntschaft sagt neidisch, sie würde so gern bei der Party dabei sein und wünscht mir ganz viel Spaß...ich gehe davon aus, dass sie meint, dass es ein lustiger Abend werden könnte. Zumindest scheint sie nicht zu befürchten, dass A. und ich uns gar nicht verstehen würden...;-)
Diese ominöse A. hat mich übrigens auch dazu gebracht, wieder mit dem Bloggen zu beginnen. Sie fragte mich einfach, ob ich noch irgendwie weblog schreiben würde und ich habe verneint, weil ich es dran gegeben hatte...
Aber nun, da ich wieder gewisse Freiheiten genieße und meine Tage so gestalten kann, wie ich es möchte, werde ich mir die Zeit nehmen und mit dem virtuellen Tagebuch wieder ein paar Momentaufnahmen meines Lebens festhalten, um mich später besser erinnern zu können.
Ich weiß nicht, wie regelmäßig ich dazu kommen werde, zu posten. Aber ich freue mich, mal wieder irgendwo was niederschreiben zu können...was mich bewegt...wie es mir geht...was ich in bestimmten Situationen und bei bestimmten Personen gedacht und empfunden habe...

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